Projekt: Monika Girls College in Nordpakistan

Mädchenschule Bagrot in Pakistan

Im abgelegenen Bagrot Tal, im Karakorum-Hochgebirge in Nordpakistan, leben ca. 9000 Menschen. Die Infrastruktur ist unter­entwickelt. Haupterwerb der Bevölkerung ist die Landwirtschaft. Seit 1927 gab es im Bagrot Tal Jungenschulen. Die Mädchen und Frauen aber blieben ohne Schulbildung. Erst 1992 wurde auf private Initiative hin eine Mädchenschule im Dorf Datuchi gegründet. Dazu später mehr.

Monika Girls College

110 Studentinnen besuchen 2025 die sechs Klassen des Monika Girls College, eine Initiative, die wir 2005 begonnen haben, um erfolgreichen und ambitionierten Schul­absolventinnen weiterführende Bildung zu ermöglichen. Und zwar im Tal und nicht außerhalb in den Städten, wo das Leben teuer ist und unsicher sein kann. 14 Lehrkräfte unterrichten am College, die von privaten Spenden finanziert werden, ebenso die Kosten eines Hausmeisters.

Der College­unterricht findet nachmittags in den Räumen der staatlichen Mädchenschule in Datuchi statt. Erfreulich ist, dass diese Initiative 2019 als "Monika Higher Secondary School Datuchi" anerkannt und in den Folgejahren die Gebäude auf dem Gelände der Mädchenschule ausgebaut wurden. Die staatliche Finanzierung der College-Lehrkräfte steht allerdings noch aus.

Absolventinnen der privaten Collegeklassen können ihr jährliches Examen an einem öffentlichen College außerhalb Bagrots ablegen.

Ein vielstimmiges Danke schön gilt allen Freundinnen und Freunden des privaten Mädchencollege im Bagrot Tal.

Warum 1992 eine Mädchenschule?

Die Ethnologin Monika Schneid, die zwei Jahre im Bagrot Tal, in dem Dorf Datuchi, gelebt und geforscht hatte, erkannte den Bildungsmangel unter den Mädchen und Frauen. Sie stellte einen ersten Lehrer zur Unterrichtung von 20 Mädchen in einem Privathaus ein.

Weil die Zahl der Schülerinnen sehr schnell wuchs und weitere Lehrer und Lehrerinnen eingestellt werden mussten, übernahm das Forum Kinder in Not e. V. die Finanzierung der Personalkosten.

Nach 20 Jahren kam die staatliche Anerkennung der Mädchenschule

Die Mädchenschule wurde 2012 für die Klassen 1-10 vom Staat anerkannt und die Schulbehörde ließ zwei neue Schulgebäude mit acht Klassenzimmern, Aula und Lehrerzimmer bauen. Bis dahin nutzten die Mädchen auch die Jungenschule für ihren Unterricht, was allerdings nur nachmittags möglich war, wenn die Klassenräume leer standen. Mit diesen Maßnahmen setzte der Staat ein wichtiges Zeichen für die Ausbildung von Mädchen.

Mehr als 200 Mädchen der 1. –10. Klasse werden 2025 von 25 Lehrerinnen unterrichtet, die vom Staat bezahlt werden.

Auch wurden bis zum Jahr 2002 staatliche Grundschulen in allen Nachbardörfern im Tal eröffnet, auf Druck der Eltern hin.

Weitere Informationen

Monika Schneid besuchte 2024 wie in früheren Jahren das Mädchencollege. Ihren Bericht sowie weitere Bilder aus dem Tal und der Schule können Sie »hier lesen.

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